Anfang Oktober nahmen wir, das Team North-West-Girls mit Steuerfrau Lisa Eggenstein, ihrer Schwester Sophie, Emma Bommer (alle drei Mitglieder in Clubs am Möhnesee) und mir, Tabea Rasche, bereits zum dritten Mal am Helga Cup, der weltweit größten Frauenregatta, teil. Mit insgesamt sechzig Teams aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, der Schweiz und Teams aus Übersee erreichte der Helga Cup nach coronabedingter „Lightausgabe“ fast wieder die ursprüngliche Größe.

Bei traumhaftem Segelwetter, Sonne und vier Windstärken zeigte sich die Hamburger Außenalster von ihrer schönsten Seite und wir machten uns am Freitag für die ersten Wettfahrten bereit. Durch die Pairing-Liste, also der Zuweisung zu den Booten, waren uns jedoch schnell bewusst, dass wir wohl nicht mehr segeln werden, da uns die letzten vier Rennen zugelost wurden. So verbrachten wir den Tag im NRV und mussten den anderen Teams beim Segeln zuschauen. Aufgrund weniger freiwilliger Helfer konnte in diesem Jahr nicht auf zwei Bahnen, sondern lediglich auf einer gesegelt werden, was den Durchlauf verlangsamte und für einer Umstrukturierung des Kurses sorgte. Anstatt des klassischen Bundesligastils (2 Runden Up-and-Down mit Gate) wurde ein Viereck gesegelt, um zwölf Boote in zwei Starts hintereinander auf die Bahn schicken zu können.

Obwohl wir ein wenig traurig waren, nicht gesegelt zu sein, hatten wir am Freitag ausreichend Zeit, uns die neue Rennsituation anzuschauen und zu verinnerlichen und so gingen wir am Samstag noch motivierter an den Start. Bei spätsommerlichen Temperaturen und etwas weniger Wind als am Vortag konnten wir die Rennen vom Vortag nachholen und vier weitere Wettfahrten segeln. Nach einem etwas holprigen Start spielten wir uns immer besser ein. Insbesondere die Starts funktionierten immer besser – bei der Art von Kurs unerlässlich. Nach acht Wettfahrten eingespielt traten wir am Sonntag zu unseren letzten beiden Rennen an. Der vorhergesagte Sturm setzte sich in Hamburg nicht komplett durch. Bei starken Böen setzte die Wettfahrtleitung dennoch sicherheitshalber Flagge „Whiskey“ – der Gennaker blieb verstaut. Nach einem hervorragenden Start, guter Absprache untereinander, Taktik und viel Hängen ersegelten wir zum Abschluss noch einen zweiten Platz. Nach zwei aufregenden Segeltagen erreichen wir bei starkem Teilnehmerfeld einen zufriedenstellenden 39. Rang.

Spannend ging es bei den vorderen Platzierungen im Medal Race zu. Die zweite Damencrew vom Möhnesee, die HNV Academy mit Steuerfrau Hannah Huth, trainiert von Jocky Hellmich (siehe Bericht H-Boot und Soling Training am Edersee), hielt nach der Vorrunde den zweiten Platz hinter dem Damenbundesligateam des Hamburger Segelclubs. Das letzte Rennen mit den zehn besten Crews der Vorrunde versprach spannend zu werden. Nach der ersten Kreuz lag die HNV Academy auf dem ersten Rang, die HSC Crew auf dem dritten Rang – damit hätten die Mädels von der Möhne den Helga Cup gewonnen. Doch nach einer Aufholjagd konnte das HSC Woman Team das Medal Race und damit den Helga Cup 2021 gewinnen. Die HNV Academy wird hervorragende Zweite. Herzlichen Glückwunsch!!!

Der Helga Cup war wie bereits in den vergangenen Jahren ein tolles Event, bei dem neue Bekanntschaften geknüpft werden können, bei dem viel und oft hochklassig gesegelt wird und das einfach Spaß macht. Wir bedanken uns beim ausrichtenden Norddeutschen Regatta-Verein (NRV) und freuen uns auf den Helga Cup 2022, der hoffentlich am Ursprungstermin im Juni stattfinden kann.

Wir bedanken uns abschließend bei unserem Sponsor, der Firma Schiele unter Leitung von Stefan Schiele und Birgit Gros. Trotz für euch wegen des Hochwassers geprägten schweren Zeit habt ihr eure positive Art nicht verloren und wie in den vergangenen Jahren für uns mitgefiebert! Vielen Dank an euch!!!

Es grüßt
Tabea Rasche